(Friday) Gold Rush

Das "seltsame" Verhalten von Gold zum Wochenende

Die Idee

Aufmerksam wurden wir auf diesen Handelsansatz erstmalig durch den ehemaligen Portfoliomanager André Stagge. Sie beruht auf der Annahme, dass Gold zum Wochenende im Preis steigt, da es u.a. als "sicherer Hafen" über die handelsfreie Zeit genutzt wird. Gibt es wirklich einen spürbaren Effekt? Wir schauen uns die letzten 30 Jahre etwas genauer an.

Die Analyse

Gold Rush Vergleich

Betrachtet man die Verteilung der durchschnittlichen jährlichen Performance von Gold im Wochenverlauf, so lässt sich auf den ersten Blick erkennen, dass bei den vorliegenden Daten der Freitag heraus sticht. Über 70% der Performance wurden alleine an diesem einzelnen Wochentag erzielt. Zur Verdeutlichung nehmen wir eine weitere Grafik hinzu: den Verlauf über die zugrunde liegenden 30 Jahre hinweg.

Gold Rush Verlauf

Auch diese Darstellung bestätigt es nochmal: der Freitag hat in der Vergangenheit maßgeblich zur Performance von Gold beigetragen. An zweiter Stelle folgt dann bereits der Donnerstag. Da diese beiden Tage direkt aufeinander folgen, werden im folgenden Performancevergleich zwei Varianten (Freitag und Donnerstag + Freitag) unter Berücksichtigung von Kosten betrachtet.

Die Performance

Zur Berechnung der Performance werden die Positionen zum Schlusskurs am Mittwoch bzw. Donnerstag eröffnet und jeweils zum Schlusskurs am Freitag beendet. Näherungsweise wurden je eröffneter Position Spread und Transaktionsgebühren mit 0,04% auf das Startkapital berücksichtigt sowie anteilig laufende Kosten (u.a. für Zinsen, Depotgebühren) mit 3,0% p.a. der Kontogröße angesetzt. Für das reine Halten des Underlyings Gold ("Buy & Hold") wurden pauschal vom Kontowert 1,5% p.a. an Gesamtkosten veranschlagt. In der Praxis sind die Kosten abhängig von Bank/Broker, Produkt, Markt und Handelsvolumen und beeinflussen die langfristig real zu erzielende Rendite entscheidend mit!

(Friday) Gold Rush im Praxistest

Gold Rush Performance

Ernüchternd. Dies ist wohl die treffendste Bezeichnung, wenn man sich die "Friday Gold Rush" Strategie unter Berücksichtigung von Kosten ansieht. Dabei sind die hier angesetzten Daten eher am unteren Rand der Skala anzusiedeln. 0,04% für Transaktionsgebühren und Spread sind gerade mal 4 US$ Roundturn bei einer Position von 10.000 US$. Ob man nun Donnerstag und Freitag oder nur am Freitag investiert ist macht keinen großen Unterschied - bei rund 100 Transaktionen im Jahr fressen die praxisnah angesetzten Kosten für das Eröffnen bzw. Schließen einer Position die (theoretische) Rendite nahezu komplett auf.


Snapshot

"Friday Gold Rush"

Handelsansatz Halten einer Goldposition am Ende der Woche
Geeignet für Rohstoffe (Gold)
Instrumente CFD, Commodities
Haltedauer kurz - wenige Stunden bis zu zwei Tagen
Handelsfrequenz hoch - zwei Transaktionen (je ein Kauf/Verkauf) pro Woche
Kostenanalyse Aufgrund der relativ kleinen Rendite pro Transaktion können sich die Kosten (insbesondere Spread und Transaktionsgebühren) bei dieser Strategie als absoluter Renditekiller darstellen. Sie sind deshalb vorab detailliert zu analysieren.
Anmerkungen Eine Kombination der Strategie mit technischer Analyse kann das Ergebnis verbessern.
Vorteile im PRIMUS Programm Intraday Analyse für optimiertes Timing; Ermittlung relevanter Chartmarken für mögliche Ein- und Ausstiege; Berücksichtigung übergeordneter saisonaler Effekte.

Das Fazit

Die - relativ zum Gesamtverlauf - großen Bewegungen von Gold am Donnerstag/Freitag sind absolut betrachtet nicht groß genug, um nach Kosten langfristig attraktive Renditen zu erwirtschaften. Da der Ansatz an sich interessant und leicht nachzuvollziehen ist, findet er Platz im kostenlosen Investment Kalender. Insbesondere durch Kombination mit charttechnischen Analysen auf Kurs- und Zeitbasis ist eine Verbesserung möglich. Diese sind exklusiv für PRIMUS Teilnehmer erhältlich. Jetzt am PRIMUS Programm teilnehmen!