"Sell in May" Strategie

Gibt es wirklich starke und schwache Monate für Aktienindizes?

Die Idee

"Sell in May and go away" - so lautet eine der bekanntesten Börsenweisheiten für ein saisonales Investment in Aktien. Doch dies ist nur der erste Teil des Sprichworts. Weiter geht es (meistens) mit " ... but remember to come back in September". Wie denken Sie darüber? Im September einsteigen oder doch lieber erst im November? Wir haben uns mal den Verlauf der letzten 30 Jahre in einigen der wichtigsten Aktienmärkte etwas näher angeschaut.

Die Analyse

Sell in May Strategie

Auf den ersten Blick ist zu erkennen, dass an der Theorie der saisonalen Muster in den Aktienmärkten etwas dran zu sein scheint. Interessant dabei ist, dass die starke Phase nahezu fast aller betrachteten Märkte im Oktober startet und sich tatsächlich bis in den Mai hinein zieht. Anschließend bilden die Märkte im Juli dann nochmal ein Verlaufshoch aus bevor es im August und September in die beiden schlechtesten Monate des Jahres geht. Auch wird deutlich, dass am Anfang des Jahres der MDAX dem DAX überlegen ist und sich dieses Verhältnis am Ende des Jahres umdreht. Werfen wir aber nun mal einen Blick auf die Performance unter Berücksichtigung von Kosten.

Die Performance

Einen maßgeblichen Anteil an der real erzielbaren Performance stellen die Kosten dar. In den meisten Fällen sind sie der Renditekiller Nummer 1. Um praxisnahe Ergebnisse zu erzielen, wurden für die Berechnungen folgende Annahmen getroffen:

  • Index: "Buy & Hold" mittels ETF, pauschale Gesamtkosten von 1,2% p.a. (bspw. für Depotgebühren, fixe und variable Kosten des ETF)
  • Strategie: Umsetzung per CFD oder Future. Kosten von 3,0% p.a. anteilig je Handelstag (u.a. für Zinsen) zzgl. 0,08% je eröffneter Position (für Spread, Slippage und Transaktionskosten)

Bitte beachten: Die individuellen Kosten sind abhängig von Bank/Broker, Produkt, Markt, Handelsvolumen und der Kontogröße. Sie können deshalb von den hier getroffenen prozentualen Annahmen erheblich abweichen. Die im Folgenden ermittelten Renditen beruhen auf der Analyse der letzten 30 (FTSE: 25) Jahre ohne Berücksichtigung von Wechselkursbewegungen und Steuern. Sie dienen nur der Information und stellen weder ein Versprechen noch eine Garantie für zukünftige Gewinne dar!

Sell in May Strategie auf den S&P 500 (Oktober - Mai)

S&P500 Sell in May Strategie

Beim S&P 500 generiert die "Sell in May" Strategie keinen entscheidenden Vorteil. Unter Berücksichtigung der eingangs erwähnten Kosten liegt die jährliche Performance leicht hinter dem "Buy & Hold" Ansatz (6,20% vs. 6,35%). Der Drawdown wird hingegen über 60% deutlich auf unter 50% gesenkt. Grund für die ähnliche Performance ist vor allem der im Vergleich zu den anderen Indizes schwankungsärmere Verlauf des S&P 500 über das Jahr hinweg. Da durch die lange Haltedauer auch das Währungsrisiko nicht außer Acht zu lassen ist, gibt es für diesen Markt bessere Ansätze zum Investieren.

Sell in May Strategie auf den DAX (Oktober - Mai)

DAX Sell in May Strategie

Besser sieht es beim deutschen Leitindex DAX aus. Der Verzicht auf das Investment zwischen Ende Mai und Anfang Oktober gibt einen enormen Performanceschub. Die jährliche Rendite steigt um 70% von 5,85% auf 9,89%. Ein entscheidender Faktor dabei ist der Zinseszinseffekt, der sich im Nachgang eines verringerten Drawdowns im Zeitraum 12/99 - 03/03 (knapp 35% statt 74%) besonders bemerkbar macht.

Sell in May Strategie auf den MDAX (Oktober - Mai)

MDAX Sell in May Strategie

Ebenfalls erfreulich präsentiert sich der MDAX. Die Steigerung der Performance ist nicht ganz so beeindruckend wie beim DAX, das Gesamtpaket passt aber. Höhere Rendite (9,46% vs. 8,32%) bei geringerem Drawdown (47,82% vs. 64,14%) zeigen ein positives Bild für die "Sell in May" Strategie. Da der MDAX besonders zu Jahresbeginn gut performt, ergibt die Kombination "Frühjahr MDAX / Herbst DAX" eine interessante näher zu betrachtende Alternative.

Sell in May Strategie auf den FTSE 100 (Oktober - April)

FTSE Sell in May Strategie

Auch im britischen Leitindex ist der positive Effekt der "Sell in May" Strategie ersichtlich. Hier ist der Name Programm: investiert wurde für diesen Strategiecheck nur von Anfang Oktober bis Ende April des Folgejahres. Das Ergebnis: ein verringerter Drawdown (37,12% statt 54,65%) führt zu einer Steigerung der Rendite nach Kosten von 1,52% auf 3,20% p.a..

Sell in May Strategie auf den EURO STOXX 50 (Oktober - April)

EURO STOXX Sell in May Strategie

Bis ins Jahr 2001 hinein noch gleichauf mit dem "Buy & Hold" Ansatz zieht die "Sell in May" Strategie auf den EURO STOXX 50 seit Anfang des Jahrtausends davon. Wie beim DAX führt auch im europäischen Index ein verringerter Drawdown letztendlich zu einer höheren Rendite (6,81% statt 2,95% p.a.).

Sell in May Strategie auf den Nikkei 225 (Oktober - April)

NIKKEI Sell in May Strategie

Dass die "Sell in May" Strategie keine Wunder vollbringen kann, sieht man sehr schön am Nikkei 225. Zwar wird gegenüber "Buy & Hold" die Rendite gesteigert und der Drawdown gesenkt, unter Berücksichtigung der Kosten bleibt jedoch nach knapp 30 Jahren kein wirklich attraktiver Gewinn verbuchen. Hier gibt es interessantere Ansätze wie bspw. den "Sparplan Effekt"


Snapshot

"Sell in May" Strategie

Handelsansatz Im Herbst Aktien kaufen und im Frühjahr die Position beenden
Geeignet für Aktienindizes (bspw. DAX, MDAX, Euro Stoxx 50)
Instrumente Futures, CFD, ETF
Haltedauer lang - über mehrere Monate
Handelsfrequenz niedrig - zwei Transaktionen (je ein Kauf/Verkauf) pro Jahr (und Markt)
Kostenanalyse Durch die wenigen Transaktionen und lange Haltedauer fallen Spread und Transaktionsgebühren weniger ins Gewicht als mögliche Zinskosten wie bspw. ein Overnight Swap. Bei der Umsetzung mittels ETF sind weitere (=fondsinterne) Kosten zu berücksichtigen.
Anmerkungen Monatliche Verteilung der Performance ist in den Märkten unterschiedlich ausgeprägt. Zeitraum beinhaltet auch die Phänomene "Halloween Effekt" und "Weihnachtsrallye". Gut kombinierbar mit dem Sparplan Effekt.
Vorteile im PRIMUS Programm Tiefergehende Charttechnische Analysen; Bewährte Ansätze für optimiertes Timing; Ermittlung relevanter Kursmarken; Geprüfte Kombination mit anderen Strategien.

Das Fazit

Auch nach der Berücksichtigung von moderaten Kosten war der Ansatz, Aktien nur über die Wintermonate zu halten, in den letzten 30 Jahren profitabel. Höhere Renditen bei geringeren Drawdowns lohnen einen Eintrag in unseren Investment Kalender. Aufgrund der guten Performance vor allem von DAX und MDAX werden dabei die Monate Oktober bis einschließlich Mai berücksichtigt. PRIMUS Kunden genießen die Vorteile der Informationen zu individuellen Timings und optimierten Strategiekombinationen. Jetzt am PRIMUS Programm teilnehmen!