Der Sparplan Effekt

Geschickt davon profitieren wenn andere sparen

Die Idee

Sparpläne in zumeist passive Indexfonds erfreuen sich glücklicherweise immer größerer Beliebtheit. Das Sparen findet dabei zu fixen Terminen - zumeist Monatsende oder Monatsmitte - statt. Dadurch fließt Geld in die Aktienmärkte. Während bei dem etablierten und mehrfach untersuchten Ansatz "Turn of the Month Effect" bzw. "Monatsultimo Effekt" der Fokus ausschließlich auf dem Monatswechsel liegt, gehen wir einen Schritt weiter. Die Frage ist: Wirken sich die Mittelzuflüsse in die Sparpläne eventuell auch zur Monatsmitte hin aus? Wenn ja: Wie können wir davon profitieren?

Die Analyse

Sparplan Effekt

Betrachtet man die durchschnittliche Tagesperformance der letzten 30 Jahre so wird zunächst deutlich, dass um den Monatswechsel herum tatsächlich eine signifikante Überrendite besteht. Die Erkenntnisse des "Turn of the Month Effect" bzw. "Monatsultimo Effekt" lassen sich folglich bestätigen. Interessant ist weiterhin, dass auch im Bereich um die Monatsmitte die Renditen positiv sind. Der Sparplan Effekt scheint also auch dort zum Tragen zu kommen. Für unsere Untersuchung der Performance (nach Kosten) nehmen wir im weiteren Verlauf an, man sei die Handelstage zwischen dem 25. bis einschließlich 4. Kalendertag (Monatsultimo) und zusätzlich zwischen dem 13. und 18. Kalendertag (Monatsmitte) investiert.

Die Performance

Einen maßgeblichen Anteil an der real erzielbaren Performance stellen die Kosten dar. In den meisten Fällen sind sie der Renditekiller Nummer 1. Um praxisnahe Ergebnisse zu erzielen, wurden für die Berechnungen folgende Annahmen getroffen:

  • Index: "Buy & Hold" mittels ETF, pauschale Gesamtkosten von 1,2% p.a. (bspw. für Depotgebühren, fixe und variable Kosten des ETF)
  • Strategie: Umsetzung per CFD oder Future. Kosten von 3,0% p.a. anteilig je Handelstag (u.a. für Zinsen) zzgl. 0,08% je eröffneter Position (für Spread, Slippage und Transaktionskosten)

Bitte beachten: Die individuellen Kosten sind abhängig von Bank/Broker, Produkt, Markt, Handelsvolumen und der Kontogröße. Sie können deshalb von den hier getroffenen prozentualen Annahmen erheblich abweichen. Die im Folgenden ermittelten Renditen beruhen auf der Analyse der letzten 30 (FTSE: 25) Jahre ohne Berücksichtigung von Wechselkursbewegungen und Steuern. Sie dienen nur der Information und stellen weder ein Versprechen noch eine Garantie für zukünftige Gewinne dar!

Sparplan Effekt beim S&P 500

S&P500 Sparplan Effekt

Im S&P 500 legt die Strategie des Sparplan Effekts beeindruckende Zahlen auf. Eine jährliche Rendite von 9,33% (vs. 6,35% beim "Buy & Hold") gepaart mit einem verringerten Drawdown von knapp 60% auf unter 22% sprechen eine deutliche Sprache. Der S&P 500 fühlt sich mit diesem Handelsansatz offensichtlich mehr als wohl und zieht seit Spätsommer 2002 dem Index davon.

Sparplan Effekt beim DAX

DAX Sparplan Effekt

Auch beim deutschen Leitindex DAX ist seit dem Herbst 2002 eine deutliche Überrendite des Sparplan Effekts gegenüber dem "Buy & Hold" Ansatz zu verzeichnen. In Zahlen sind es (seit Januar 1989) 10,63% jährliche Rendite bei 38,17% Drawdown gegenüber 5,85% und 73,67%. Gerade der verringerte Drawdown trägt dazu bei, dass am Ende diese beeindruckende Performancekurve entsteht.

Sparplan Effekt beim MDAX

MDAX Sparplan Effekt

Den Sparplan Effekt auf den MDAX kann man sicherlich als eine Art Spätzünder bezeichnen. So beginnt die Strategie erst ab Herbst 2008 sich vom Index signifikant abzukoppeln. Ein Grund dafür könnte darin liegen, dass es schwerer ist in diesen Index zu sparen. Positiv ist diese Investment Idee dennoch. Am Ende stehen 10,80% (vs. 8,32%) Rendite p.a. bei einem halbierten Drawdown (31,89% vs. 64,14%) zu Buche.

Sparplan Effekt beim FTSE 100

FTSE Sparplan Effekt

Der FTSE 100 ist einer der wenigen Märkte in unserem Vergleich, bei dem direkt zu Beginn der Sparplan Effekt Wirkung zeigt. Dies liegt u.a. daran, dass hier "nur" die Daten der letzten 25 Jahre vorliegen. In Zahlen sieht es so aus: während mit dem reinen "Buy & Hold" nach Kosten eine sehr beschauliche Rendite entsteht (1,52% p.a.), wurden mit dem zeitlich begrenzten Investment 6,15% p.a. erwirtschaftet. Der Drawdown sinkt von 54,65% auf knapp 20%.

Sparplan Effekt beim EURO STOXX 50

EURO STOXX Sparplan Effekt

Über 9% Rendite p.a. bei 25,62% Drawdown: der Sparplan Effekt funktioniert auch im Euro Stoxx 50. Anders als bei S&P 500 und DAX startet die Outperformance hier allerdings schon Anfang 2002. Im Index selber wurde im Vergleich eine jährliche Rendite von 2,95% bei 70,35% Drawdown erzielt.

Sparplan Effekt beim Nikkei 225

NIKKEI Sparplan Effekt

Im Vergleich zu den anderen Indizes war ein Investment in den Nikkei 225 selbst unter Nutzung des Sparplan Effekts nicht wirklich attraktiv (3,46% Rendite p.a. bei 35,42% Drawdown). Das Ergebnis zum Index selber (-3,01% Rendite und 85,55% Drawdown) wird allerdings auch hier verbessert. Dennoch gab es in der Vergangenheit weitaus bessere Ansätze, um sein Geld zeitlich begrenzt zu investieren.


Snapshot

"Sparplan Effekt"

Handelsansatz Investition in Aktienindizes zur Zeit von Sparplanzahlungen (Monatswechsel / Monatsmitte)
Geeignet für Aktienindizes (bspw. S&P500, DAX, Euro Stoxx 50, ...)
Instrumente Futures, CFD
Haltedauer mittel - wenige Tage bis zu zwei Wochen
Handelsfrequenz mittel - vier Transaktionen (je zwei Kauf/Verkauf) pro Monat (und Markt)
Kostenanalyse Obwohl Haltedauer und Handelsfrequenz als mittel eingestuft werden können, sind bei dieser Strategie Spread und Transaktionsgebühren stärker zu beachten als bspw. ein Overnight Swap. Eine Umsetzung per (je nach Kontogröße) Futures oder CFD erscheint passender als bspw. per ETF.
Anmerkungen Das saisonale Muster des "Sparplan Effekts" ist bei allen betrachteten Märkten nahezu gleich ausgeprägt. Aufgrund der zunehmenden Anzahl an Sparplänen hat es gute Chancen auch in Zukunft bestehen zu bleiben. Es bietet sich zusätzlich an, diese Investment Idee mit der "Sell in May" Strategie zu kombinieren.
Vorteile im PRIMUS Programm Tiefergehende Charttechnische Analysen; Bewährte Ansätze für optimiertes Timing; Ermittlung relevanter Kursmarken; Geprüfte Kombination mit anderen Strategien.

Das Fazit

Einfaches Konzept, solide Renditen. Der Sparplan Effekt überzeugt und sollte weiter im Auge behalten werden. Als kleine Hilfestellung werden deshalb die hier angesetzten Daten (25.-04. und 13.-18.) in unseren kostenlosen Investment Kalender eingetragen. Als Teilnehmer am PRIMUS Programm stehen Ihnen zusätzlich detailliertere Auswertungen inklusive der optimierten Kombinationen mit anderen Strategien zur Verfügung. Jetzt am PRIMUS Programm teilnehmen!